Ja, ich gestehe, ich wette alle paar Wochen ganz gerne auf den Ausgang von Fußballspielen. Hier mal ein, zumindest vorher, totsicheres Einzelspiel aus der Champions League, da mal ‘ne waghalsige Combo aus kasachischer Reserverunde und schwedischem Jugend-Eishockey. Wirklich viel setze ich nicht ein. Und wenn ich doch mal etwas gewinne, verzocke ich es meistens sofort wieder. Das Ganze ist eher so ein Spaßding für ein bisschen Kribbeln beim Europapokalgucken. Nur eine Sache mache ich nicht: Ich wette niemals auf Fortunaspiele.
Dasselbe würde ich übrigens auch mal den wenigen Damen und zahlreichen Herren der Wettmafia empfehlen. Denn dass man Fortunaspiele nicht vorhersagen kann, ist eine Weisheit, die vermutlich älter ist als Fortuna selbst. Das bringt dieser Verein so mit sich. Siege oder zumindest gute Leistungen gegen die Großen und Pleiten sowie spielerische Offenbarungseide gegen die Kleinen waren schon immer unsere Spezialität. Und da es nun mal mehr Kleine als Große gibt, zählen wir halt auch zu den Kleinen und sind selten bis gar nicht im internationalen Fokus.
Vielleicht ist es aber auch gerade dieser Umstand, der euch Gehirnstrategen in den Hinterzimmern von Café King & Co nun anscheinend schon zum zweiten Mal auf die selten dämliche Idee brachte, große Geldbeträge auf Fortunasiege zu setzen. Dabei hätte euch eigentlich schon euer erster Reinfall beweisen müssen, dass die alte Dame aus Flingern bestimmte Spiele selbst mit Hilfe nicht gewinnen kann. Warum lernt ihr denn nicht aus der Geschichte?
Obwohl ihr damals, im August 2004, euer bestes Pferd im Stall auf uns angesetzt hattet, haben wir verkackt. Robert Hoyzer – der einzige Schiedsrichter, der es je geschafft hat, dass allein die Nennung seines Namens als Beleidung aufgefasst und mit Rot geahndet wird – pfiff damals den legendären Kick im alten VfL-Stadion zwischen den Wolfsburger Amateuren und uns. Es war Mittwoch, das Wetter war schön und wir haben durch ein kurioses Tor von Tim Kruse geführt. Für Robert lief alles prächtig. Doch dann kam der widerliche Präger-Roy und köpfte in der Nachspielzeit aus 16 (!) Metern zum 1:1 ein. Das anschließende Telefonat zwischen Ante und Robert hatten wir ja damals schon im Blatt. Ihr erinnert euch.
Halten wir also noch mal die Faktenlage fest: Robert Hoyzer, der Mann, der dem damals drittklassigen SC Paderborn einen 0:2-Rückstand im DFB-Pokal gegen den Europapokalteilnehmer HSV in ein 3:2 verwandelte, hatte es also nicht geschafft, Fortuna bei den Amateuren des VfL Wolfsburg zum Sieg zu pfeifen. Und ihr versucht es trotzdem nochmal. Wieder im Norden. Wieder gegen einen vermeintlich Kleinen. Der ebenfalls in Grün spielt. Und das Ganze war wieder unter der Woche. Wieder war das Wetter gut.
Was daraus wurde, werden noch alle wissen, die damals binnen weniger Tage zwei Mal nach Lübeck fuhren. Wir wurden demontiert. Von einem Verein, der sportlich tot und wirtschaftlich am Ende war. Der Jugendspieler gegen uns einsetzte. Und der aller Wahrscheinlichkeit nach auch noch die Wettmafia gegen sich hatte. Trotzdem hat es nicht geklappt. Und womit? Mit Recht. Denn wenn ihr Penner unsere Spiele verschieben und an ihnen verdienen wollt, dann will ich ab jetzt nur noch verlieren. Bis runter in die Kreisliga, auf die ihr nicht tippen könnt. Aber so weit muss es ja gar nicht erst kommen. Merkt euch einfach diese Weisheit: Tippe niemals auf ein Fortunaspiel. Das weiß selbst ich. Und ich hab keinen Plan vom Wetten. Es sei denn, das Ding ist ‘ne totsichere Kiste …